Low Carb Diät

Unter Low Carb Diäten versteht man Diäten, bei denen die Gewichtsabnahme durch die Reduzierung oder Streichung der Kohlenhydrate im Ersatz gegen Fette und Eiweiße erzielt werden soll. Werden dem Körper keine Kohlenhydrate mehr zugeführt, entzieht er erst den körpereigenen Fettgeweben die noch vorrätigen Kohlenhydrate und im Anschluss beginnt er die durch Fette aufgebauten Polster zu verzehren. Bekannte Beispiele für Low Carb Diäten sind die Atkins-Diät, die South Beach Diät oder die Logi-Diät.

Allen Low Carb Diäten gemeinsam ist die Theorie, dass nicht das durch die Nahrung aufgenommene Fett in Fettpolstern des Körpers eingelagert wird und somit zu Übergewicht führt, sondern eine zu große Menge an Kohlenhydraten. Die Zufuhr an Kohlenhydraten lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen und als Folge dessen wird die Insulinausschüttung angekurbelt. Wird zu viel Insulin zu schnell ausgeschüttet, wird im Körper ein Hungergefühl erzeugt, dass den Menschen weiter essen lässt, obwohl er eigentlich vom Volumen der Magenfüllung her bereits satt ist. Ein gutes Beispiel dafür sind Heißhungerattacken zu Zeiten, in denen die letzte Hauptmahlzeit noch nicht lange her ist.

Um zu verhindern, dass solche Heißhungerattacken auftreten, werden bei den Low Carb Diäten die Lebensmittel reduziert oder ganz weggelassen, die viel Stärke beziehungsweise Kohlenhydrate enthalten. Dazu gehören unter anderem Brot, Nudeln, Kartoffeln und Reis. Diese werden ersetzt durch Fisch, Milchprodukte sowie Obst, Gemüse und Fleisch. Diese Nahrungsmittel enthalten vergleichsweise wenig Kohlenhydrate, dafür jedoch mehr Eiweiß und Fette, die schneller und lang anhaltender sättigen sollen, als kohlenhydratreiche Speisen.

Da bei der Fettverbrennung durch die Low Carb Diäten im Körper viele Ketogene produziert werden, ist es wichtig, viel Flüssigkeit in Form von Wasser, ungesüßtem Tee und verdünnten Fruchtsäften zu sich zu nehmen, um die Ketogene auszuschwemmen. Bisweilen wird auch ein sogenannter Brottrunk empfohlen, der ebenfalls sättigt und die Verdauung mittels Ballaststoffen ankurbelt. Dies ist in so fern wichtig, da es bei der Diät unter Umständen zu Verdauungsproblemen kommen kann. Diesen kann auch mit Leinsamen entgegengewirkt werden. Sowohl Leinsamen als auch der Brottrunk sind in Reformhäusern und Naturkostfachgeschäften leicht erhältlich.

Die erhöhte Fett- und Eiweißzufuhr ist jedoch auch ein Risiko für Menschen mit Nierenschwächen und zu hohen Blutfettwerten. Auch der Cholesterinspiegel kann sich durch eine Low Carb Diät erhöhen. Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt ist bei unausgewogenen Low Carb Diäten auch der so genannte „Hungeratem“, ein spezieller Mundgeruch, der durch die erhöhte Ketogenausschüttung im Körper entsteht.

Eine medizinisch indizierte Low Carb Diät ist die Ketogene Diät, die als Diätkost bei besonderen Erkrankungen eingesetzt werden kann.