Kohlsuppendiät

Die Kohlsuppendiät ist wie die Ananasdiät eine Monodiät, die auch zu den Crashdiät zählt, was bedeutet, dass mittels der Ernährung mit nur einem Nahrungsmittel innerhalb einem kurzen Zeitraum möglichst viel abgenommen werden soll. In diesem Fall besteht der Speiseplan, wie der Name bereits erwähnt – lediglich aus Kohlsuppe. Während bei der anderen Diäten wie beispielsweise der Kartoffeldiät, bei der der Schwerpunkt ebenfalls auf einem Lebensmittel liegt, wenigstens noch die Rezepte variieren können, ist die Vielfalt bei der Kohlsuppendiät nicht gegeben. Im Gegenteil, durch den langweiligen Speiseplan der ständig gleichbleibende Kohlsuppe hat der Diätende die Suppe im wahrsten Sinne des Wortes „schnell satt“.

Der Gewichtsverlust bei der Kohlsuppendiät soll bis zu 8 Kilogramm in einer Woche betragen können. Dies ist jedoch in soweit kritisch, da dieser Gewichtsverlust lediglich auf Flüssigkeitsverluste zurückzuführen ist und in keiner Weise eine Verringerung des Fettgewebes zu erwarten ist. Im Gegenteil dürften wenn überhaupt nur die Eiweißreserven des Körpers angegriffen werden, die einen Abbau der Muskelmasse zur Folge haben.

Die einseitige Ernährung bei dieser Diät macht eine Mangelversorgung in Bezug auf Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sehr wahrscheinlich, wenn die Diät länger als vier bis fünf Tage durchgeführt. Dies ist trotz der weiteren Gemüsesorten in der Suppe der Fall. Man sollte sich also keine Illusion über den Nährstoffgehalt jener „Wundersuppe“ machen, nur weil sie viele Gemüsesorten enthält. Jede Durchführung der Kohlsuppendiät über einen Zeitraum von mehreren Tagen hinaus kann sogar stark gesundheitsgefährdend sein.

Bei der Diät selbst wird ein Weißkohl zusammen mit einigen anderen Gemüsesorten zu einer Suppe gekocht. Von dieser Suppe jedoch darf der Diätende so viel Essen wie er mag – eventuell ein wenig Obst und Gemüse zusätzlich, jedoch nichts anderes. Durch diese Einseitigkeit tröstet das „so viel davon Essen, wie man möchte“ nicht unbedingt über das Hungergefühl hinweg, da viele Teilnehmer dieser Diät nach einigen Tagen von selbst auf die großen Mengen verzichten.

Ein Jojoeffekt ist bei dieser Diät sehr wahrscheinlich. Neben der unausgewogenen Nährstoffzufuhr während der Diät selbst ist auch der notwendige Grundumsatz an Kalorien nicht gedeckt, was zu einem Mangelempfinden des Körpers führt. Wird im Anschluss die bisherige Ernährungsweise fortgeführt, wird das verlorene Flüssigkeitsvolumen innerhalb kürzester Zeit wieder aufgefüllt und der Körper angeregt, Reserven für kommende Not- beziehungsweise Diätzeiten anzulegen. Das Gewicht kann bei dieser Diät ganz besonders schnell nicht nur zurückkehren sondern sogar zulegen.

Ein Lerneffekt für eine gesündere Ernährung ist bei dieser Diät in keiner Weise gegeben, da die Diät selbst keine gesunde Ernährung darstellt. Im Gegenteil wird hier eine bisherige Fehlernährung lediglich durch eine andere ersetzt, die bestenfalls als eine leichte Fastenform gesehen werden kann. Auch sportliche Betätigung wird nicht in den Diätzeitraum mit einbezogen. Eine ebenfalls bedenkenswerte Eigenschaft des Nahrungsmittels Kohl ist die blähungsfördernde Wirkung. Auch diese sollte für die Zeit der Diät bedacht werden, um unangenehmen Erlebnissen beispielsweise auf der Arbeit oder bei einem Date vorzubeugen.