Die ketogene Diät ist eine aus medizinischen Gründen angewandte Sonderform der Low Carb Diäten und wird somit als Diätkost angesehen.
Anwendung findet sie in erster Linie bei bestimmten epileptischen Erkrankungen in der Kindertherapie sowie bei Glukosetransportstörungen. Sie muss
generell unter ärztlicher Aufsicht vollzogen werden, da zum einen die Krankheiten, bei denen diese Diät angewandt wird ärztlicher Versorgung bedürfen,
zum anderen die Nebenwirkungen in Verbindung mit den Krankheitsbildern große Risiken bergen.
Bei der ketogenen Diät kommt eine besonders kohlenhydratarme sowie protein- und kalorienreduzierte Diätkost zum Einsatz, die individuell berechnet werden
muss. Die Berechnung erfolgt dabei nach Ermittlung des Energie- und Proteinbedarfs des Menschen und wird so angepasst, dass eine so genannte Ketose
entsteht, der Körper also Ketogene ausschüttet. Diese Ketose entsteht bei allen Diäten, bei der mittels hoher Proteinzufuhr der Körper zur Verzehrung der
Körperfette angeregt wird.
Durch die fehlenden Kohlenhydrate ist der Körper gezwungen an die körpereigenen Fette als Reserven zu gehen und diese zu verwerten, wodurch das
Stoffwechselabbauprodukt Ketogen (Ketonkörper) produziert wird, welches über den Urin ausgeschieden wird. Die Diät wird dabei in drei Phasen vollzogen.
In der ersten Phase werden alle nötigen Vorbereitungen getroffen. Dazu gehört beispielsweise eine umfangreiche und gründliche Untersuchung beim Arzt
inklusive einem großen Blutbild. Aus diesen Untersuchungsergebnissen wird dann im Anschluss der Diätplan für die kommende Zeit aufgestellt.
Mit der zweiten Phase beginnt gleichzeitig die eigentliche Diät. Dabei werden bereits ab der ersten Woche die Kohlenhydrate vollständig aus dem Speiseplan
entfernt. Mittels entsprechender Teststäbchen wird der aus der Diät im Körper entwickelte Ketonkörpergehalt im Urin nachgewiesen.
Sind mittels der Teststreifen keine Ketogene nachweisbar, müssen die Kohlenhydrate weiterhin vom Speiseplan gestrichen bleiben. Sobald sie jedoch
nachweisbar sind, wird in der folgenden Woche der Gehalt an Kohlenhydraten minimal angehoben, beispielsweise um fünf Gramm pro Tag für den Zeitraum
einer Woche. Bleibt der Ketogengehalt angemessen, kann der Kohlenhydratgehalt der Nahrung in der nächsten Woche erneut um fünf Gramm gesteigert
werden. In der dritten Phase wird der Kohlenhydratgehalt auf eine Menge von 50 bis 60 g täglich erhöht.
Durch entsprechende Begleitung durch den Arzt kann und muss der Nährstoffgehalt der Diätkost regelmäßig angepasst werden. Dennoch sind
Nebenwirkungen nicht immer zu vermeiden. Dazu gehören beispielsweise Verdauungsprobleme, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten sowie
Nierensteine, oder in besonderen Fällen sogar Funktionsstörungen der Thrombozyten oder Herzrhythmusstörungen. Die ärztliche Betreuung ist dabei
um so wichtiger, weil ein erkrankter Mensch bisweilen anders auf die in diesem Fall als Diätkost anzusehende Diät reagiert als ein Gesunder.