Ananasdiät

Die Ananasdiät ist eine so genannte Monodiät. Unter einer Mono-Diät versteht man eine Diät, bei der ausschließlich ein spezielles Nahrungsmittel während der gesamten Diät als Hauptnahrungsmittel dienen soll. Bei der Ananasdiät wird über mehrere Tage ausschließlich die frische Ananasfrucht und ihr Saft in drei bis vier Mahlzeiten täglich als Nahrung aufgenommen. Ananas aus der Dose ist für diese Diät nicht geeignet, da diese in der Regel gezuckert ist und somit zusätzliche Kilokalorien mitbringt.

Als Grundlage dieser Diät wird davon ausgegangen, dass ein Kilogramm Ananas ca. 500 Kilokalorien enthält. Somit muss der Diätende zwischen zwei und drei Kilogramm Ananasfrucht täglich zu sich nehmen , um die Diät erfolgreich zu vollziehen, den standardisierten, täglichen Grundumsatz an Kalorien zu decken und dennoch seine Pfunde zu verlieren.

Begründet wird die Wirkung dieser Diät mit den in der Frucht enthaltenden Enzymen, welche die Fettverbrennung fördern und die Verdauung gezielt unterstützen sollen. Tatsächlich ist diese Wirkung jedoch nicht erwiesen, und weder die Ernährungswissenschaft noch die Ernährungsmedizin spricht besagten Enzymen eine gewichtsreduzierende Wirkung zu.

Im Gegenteil weiß man heute, dass die Enzyme zu großen Teilen bereits von der Magensäure zerstört und somit deaktiviert werden, also lange bevor sie im Fettgewebe die Verbrennung ankurbeln könnten. Die bei der Ananasdiät erfolgende Gewichtsreduzierung geht daher allein auf den Verlust von eingelagerter Gewebeflüssigkeit zurück.

Die Einseitigkeit bei der Ernährung dieser Diät ist ebenfalls bedenklich. Zwar enthalten Ananasfrüchte Vitamine, Mineralstoffe, Kohlenhydrate und eine geringe Mengen Eiweiße und Fette, doch können diese den durchschnittlichen Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen nicht decken. Mangelerscheinungen können nicht nur die Folge sein, sondern sind sogar sehr wahrscheinlich, wenn diese Diät über einen längeren Zeitraum verfolgt wird.

Gleichzeitig ist die Menge an zugeführten Eiweißen zu gering für einen normal aktiven Menschen, was dazu führt, dass der Körper auf die eigenen Eiweißreserven zurückgreifen und somit Muskelmasse statt Körperfett abbauen muss. Auch ein Jojo-Effekt ist nach der Beendigung der Diät zu erwarten, da der Körper auf die Mangelversorgung mit einem „Hamstertrieb“ reagiert und für kommende Zeiten „vorsorgt“, indem er sowohl zur Verfügung stehende Nährstoffe im Fettgewebe einlagert, als auch erneut den Flüssigkeitshaushalt des Körpers auffüllt, der durch die Ananas-Diät verringert wurde.

Vergleichbar mit der Ananasdiät ist auch die allgemeine Enzymdiät, bei der neben Ananas auch andere enzymhaltige Früchte wie Kiwi oder Papaya auf dem Speiseplan stehen. Dennoch ist generell eine Gewichtsreduzierung mittels einer Ananas- oder Enzym-Diät nicht ratsam, da neben der zu niedrigen Nahrungsmittelzufuhr auch zu wenig Ballaststoffe zugeführt werden, was wiederum die Verdauung stark beeinträchtigen kann und nicht zuletzt ein schnell wieder eintretendes Hungergefühl hervorruft.

Durch einen fehlenden Lerneffekt der zu einem bewussteren und gesünderen Essverhalten führen könnte sowie der fehlenden Berücksichtigung von körperlicher Betätigung in Form von Sport, kann mit dieser Diät kein langfristiges Ergebnis erzielt werden.