Unter einer Anabolen Diät versteht man eine Diät, bei der weitestgehend auf die Aufnahme von Kohlenhydraten verzichtet wird. Dabei stellt man die Nahrungsmittel
so zusammen, dass rund 60 % der Nahrung auf Fetten basiert, 35 % auf Eiweißen und lediglich 5 % auf Kohlenhydraten.
Das Ziel einer Anabolen Diät ist jedoch nicht der eigentliche Gewichtsverlust, sondern der Fettverlust im Austausch gegen einen gezielten Muskelaufbau. Durch diese
Diätart soll die natürliche Produktion von anabolen Hormonen wie beispielsweise Testosteron und Insulin angekurbelt werden und durch gleichzeitiges gezieltes
Krafttraining der Muskelaufbau zügig vorangetrieben werden.
Durch die gesteigerte Hormonproduktion wird das Körperfett langsam aber stetig abgebaut, ohne dem Muskelgewebe Eiweiß zu entziehen und diese somit zu schwächen.
Die Anwendung der anabolen Diät findet vorwiegend im Bereich des Bodybuildings sowie bei Kraftsportlern statt. Aus diesem Grund ist sie häufig auch unter dem
Namen „Bodybuilding-Diät“ zu finden, als welche sie in ihrem Ursprung dem kanadischen Sportmediziner Dr. Mauro DiPasquale zugerechnet wird. In leicht veränderter
Form jedoch erscheint sie bereits seit den 60er Jahren als Eiweißdiät immer wieder mit neuen Rezepten. Ein vergleichbares Prinzip findet sich in den so genannten
Low Carb Diäten wieder, bei welchen lediglich der Muskelaufbau durch häufige gezielte Trainingseinheiten nicht einbezogen wird.
Der Ablauf der anabolen Diät beginnt in der Regel mit der Umstellung der Nahrung nach den Vorgaben dieser Diät. Hierbei werden insbesondere die kohlenhydratreichen
Nahrungsmittel vom Speiseplan entfernt und die anderen Nahrungsmittel auf das im Vorfeld genannte Verhältnis gebracht. Die im Körper noch eingelagerten
Kohlenhydratreserven werden innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums aufgebraucht. Da nun keine Kohlenhydrate mehr zugeführt werden, die in Fettdepots gespeichert
werden könnten, geht es bei der Verbrennung nun an die Fettpolster im Körper. Durch die Zuführung von vergleichsweise großen Mengen Eiweiß wird gleichzeitig dem
Muskelabbau entgegengewirkt, da sonst der Körper die Eiweiße aus der Muskelmasse ziehen würde. Gleichzeitig führt die Fettverbrennung durch die hohe Zufuhr an
(zumeist tierischen) Fetten zu einer erhöhten Bildung des Stoffwechselabbauproduktes Ketogen (Ketonkörper), das mittels ausreichender Flüssigkeitszufuhr
ausgeschwemmt werden muss.
Ein entsprechendes Krafttraining (in Kombination mit einem Herz-Kreislauf- und Ausdauertraining) wird nach einem ausgearbeiteten Trainingsplan zusätzlich absolviert.
Die Person merkt dabei zunächst, dass sie zu Beginn der Diät an Kraft verliert und nicht mehr so leistungsfähig wie zuvor ist, da der Körper sich nun an die Arbeit
ohne die gewohnten Kohlenhydrate gewöhnen muss.
Die Diät wird nun so lange fortgeführt, bis sich nach der Gewöhnung an den neuen Stoffwechsel und die darauf folgende deutliche Leistungssteigerung nur noch leichte
Erfolgssteigerungen beobachten lassen. Dies wird zumeist nach ungefähr zwei Wochen erreicht. Stagnieren die Leistungen wird ein so genannter „Lade-Tag“ eingelegt,
eine Pause in der Diät, in der auch Kohlenhydrate gegessen werden dürfen und teilweise sogar gegessen werden sollen.
Während der nun folgenden Muskelaufbauphase wechseln sich Diätzeiten und Ladetage regelmäßig ab. Je nach Verträglichkeit und Rückgewöhnungsdauer zum
Diätplan kann diese Aufladepause einen oder mehrere Tage dauern. Die während der Ladepausen aufgenommenen Kohlenhydrate (häufig durch Nudeln oder
Vollkornprodukte) sollen die Muskeln besonders prall und kräftig wirken lassen.
Da die anabole Diät jedoch für den Organismus, insbesondere die Nieren, sehr belastend ist und sowohl die Hormon- als auch die Harnsäureproduktion ebenfalls
stark erhöht ist, birgt sie viele gesundheitliche Risiken. So dürfen Menschen mit Nieren- und / oder Herz-Kreislauf-Schwächen eine solche Diät nicht vollziehen.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens drei bis vier Litern täglich gehört ebenso zu dieser Diät wie die Ausführung der Diät wie eine fachkundige
Betreuung zur Überwachung der Ketonkörperausschüttung.